Wer es zu nichts bringt, ist selbst schuld!

Stimmt das? Auch dieser Frage gehe ich in meinem Buch: Lebensumstände. Eine ermutigende Lebensbetrachtung nach!

„Während ich darüber nachdachte, fiel mir auf, dass offenbar alle Menschen, die es in unserer Gesellschaft „zu nichts bringen“, in einen Topf geworfen werden. Es heißt, sie sind entweder nicht schlau genug, oder sie strengen sich nicht genug an. Wenn sie nicht als zu faul oder zu dumm bewertet werden können, wird ihnen unterstellt, dass sie an ihrer Lage selbst schuld sind. Hintergrund dieser Bewertungen sind Auffassungen wie: „Jeder kann alles erreichen!“, „Wer sich nur genug anstrengt, der erreicht auch was im Leben“. Daher: „Wer es zu nichts bringt, ist selbst schuld!“

Nach meinen Beobachtungen sind solche Denkansätze in unserer Gesellschaft sehr verbreitet. Deshalb bezeichne ich sie als Grunddenken. Dabei ist dieses Grunddenken gar nicht immer auf andere bezogen. Ich selbst glaubte, nicht so zu denken. Nie habe ich Menschen, die nicht viel erreicht hatten oder gar arm waren, negativ bewertet oder verurteilt. Mich selbst habe ich aber sehr wohl verurteilt. Verurteilt zu einem frustrierten „Versagerdasein“. Irgendwo im Hinterstübchen meines Gehirns waren die Leitsätze: „Jeder kann alles erreichen!“, „Wer sich nur genug anstrengt, der erreicht auch was im Leben“ und „Wer es nicht zu etwas bringt, ist selbst schuld!“ versteckt. Und von dort wirkten sie auf mich und mein Leben. Auf meine eigene Person bezogen, hatten diese Aussagen volle Gültigkeit.

Ich gehe davon aus, dass dies nicht nur bei mir der Fall ist. Ich vermute, diese Aussagen existieren tief verborgen und gleichzeitig weit verbreitet in vielen Köpfen und Herzen. Deshalb kommt es bei vielen Menschen zu Selbstzweifeln oder gar zu einem Verlust des eigenen Selbstwertgefühls.“ S.9f

Ich habe eine andere Haltung hierzu gefunden und deshalb kann ich sagen:

„Dies alles stärkte mein Selbstwertgefühl. Mit diesem erstarkten Selbstwertgefühl kann ich heute meine Lebensumstände mit innerer Gelassenheit und ruhigem Gewissen wahrnehmen, ohne Wenn-und-Aber-Denken und deshalb auch befreit von Angst, Hilflosigkeit, Verzweiflung, Schuld oder Scham. Ich bin wieder aktiv, interessiert und motiviert und kann endlich sagen: „Ja, ich habe ein erfolgreiches Leben hinter mir. Ich lebe ein erfolgreiches Leben und werde ganz sicher auch in Zukunft ein erfolgreiches Leben leben und erleben.“ Diese Sätze zu denken und aus tiefstem Herzen zu empfinden, stellt für mich einen wesentlichen Erfolg in meinem Leben dar. Damit verbunden ist ein starkes Freiheitsempfinden. Ich bin frei, mich gut zu fühlen. Ich fühle mich frei, zu sagen: „Ich bin ich. Ich bin gut. Ich bin wertvoll. Ich bin es mir wert, ein gutes und wertvolles Leben zu führen, ganz egal, was andere meinen oder sagen.“ S. 11

Aus: Britta Kanacher: Lebensumstände. Eine ermutigende Lebensbetrachtung

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